Dr. Achim Heinze


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6 Stunden WM

Wettkampfberichte > 2011


6-Stunden WM, 21.8.2011, Malching/NdB



33° im (nur vereinzelt vorhandenen) Schatten, eine sehr gute Renn-Besetzung und (auch das gibt es in Deutschland!) eine komplett für die WM-Teilnehmer gesperrte Strecke.
Der Kurs ist verglichen mit anderen 6-Stundenrennen anspruchsvoll, pro Runde sind 15 km und 200 nicht ganz rhythmische Höhenmeter zu absolvieren.

Um 10.00 Fahrerbesprechung, dann die Startaufstellung und auch der Segen des Ortspfarrers. Danach (wohl nicht ganz mit dem DJ abgesprochen) ertönt Glockenklang vom Band - es kommt einem bekannt vor und wird doch nicht...

... doch, tatsächlich - das Intro zu Hells Bells direkt im Anschluss an den Segen - doch es war kein Böses Omen, die Veranstaltung lief unfallfrei ab.

Um 11.00 ist Rennstart. Eine große, neutralisierte Schleife von Einzelstartern und Staffeln durch das Ortsgebiet zeigt, wie groß die Veranstaltung schon geworden ist.

Als wir schließlich nördlich Richtung ersten Anstieg abbiegen, geht es tempomäßig zur Sache. Die erste Runde ist oft die schnellste, also gilt die Devise dranbleiben. Ca. 25 Teilnehmer setzen sich ab, mein Bruder und ich dabei. Die meisten Anstiege liegen glücklicherweise im Schatten, doch 8-9 Prozent besitzen alle vier Hügel, was bei der brütenden Hitze sehr viel abverlangt.

Auf der langen Abfahrt ab km 7,5 kann man im Windschatten regenerieren, doch auch hier werden Spitzengeschwindigkeiten von 75 km/h erreicht. Im Ortsgebiet fährt man schließlich eine etwas enge Schleife um Häuserecken und muss dann sogleich wieder mit den frisch eingewechselten Staffelfahrern mitsprinten. Schon beginnt die nächste Runde...

Sechs Runden lang können wir Einzelfahrer gut mithalten, dann kommt eine Attacke der Zweierteams, welche die Gruppe teilt. Drei Solostarter sind vorn dabei, die anderen 12 Einzelfahrer, mit meinem Bruder und mir, bilden eine eigene Gruppe.

Das Tempo lässt nun nach - trotzdem: die zweite, härtere und entscheidende Rennhälfte beginnt erst jetzt. Nicht immer findet sich ein Führungsfahrer. Auch ich spüre nun schon leichte Ansätze von Krämpfen, fahre folglich auch im Stehen die Hügel hinauf, was Abhilfe schafft. Im Verlauf der weiteren Stunden in der Sommerhitze verkleinert sich unsere Gruppe immer mehr, einer der drei entflohenen Einzelstarter vor uns wird dabei wieder eingeholt.

Drei Runden vor Schluss attackieren drei Fahrer aus unserer Gruppe am höchsten Punkt, ich setzte solo nach. Fast eine halbe Runde dauert es, bis ich sie allein eingeholt habe.

Auf der vorletzten Runde sieht die Rennsituation folgendermaßen aus: Franz Bucher ist noch bei den Staffeln dabei, er wird diese WM gewinnen, Vizeweltmeister wird Walter Lehki werden, der sich dahinter befindet. Um den dritten Platz wird unsere Vierergruppe um Karl Wolfesberger, Stephane Cand und Alois Kronthaler und mich streiten. Danach kommt mein Bruder in einer Vierergruppe mit einem Abstand von ca. einem Kilometer.

Immer noch will ich einen Sprint unbedingt vermeiden, habe aber nicht mehr die Beine für eine Solo-Attacke. Zugleich müssen der unermüdliche Karl Wolfesberger und ich die Gruppe führen und antreiben, da vier Einzelfahrer hinter uns her sind. Wenn diese Unterstützung von einer Staffel bekommen...

Wir nähern uns zu viert dem Ortsgebiet. Ein Kilometer noch. Plötzlich attackieren zwei aus unserer Gruppe - bis ich reagieren kann, ist die Lücke schon da. Zu spät! In der engen Häuserrunde kann ich nur noch heranfahren. Platz sechs hinter den zeitgleichen
Stephane Cand, Alois Kronthaler und Karl Wolfesberger auf Rang 3, 4 bzw. 5 ist der Endstand. Die Top 10 dieser Weltmeisterschaft komplettieren Ralf Heinze (7.), Robert Weidinger (8.), Michael Gfrerer (9.) und Robert Mayr (10.).

2500 Hm und 195 km stehen schließlich nach 13 Rennrunden zu Protokoll.

Ein großes Lob für die ambitionierten Veranstalter, die neutralen und begeisterten Zuseher, die vielen Unterstützer - bis auf die Zeiterfassung. Alles andere, die perfekte Organisation, humorvolle und informative Infos zum Rennen, das gute Rahmenprogramm, die gelungene Abschlussfeier, die ausgezeichnet gewählte und gesicherte verkehrsfreie Strecke - hier gibt es nichts zu verbessern. Das war perfekt!


Bilder: ACS-Event, PNP-Redaktion Pocking


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