Dr. Achim Heinze


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Samsonman Radmarathon 22.06.2008

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Samsonman ´08 Radmarathon (22.6.2008) 220km/4600Hm

Um halb sechs Uhr morgens weckt das Einklickgeräusch von Rennradpedalen den letzten "Langschläfer" auf dem Campingplatz in St. Michael/Lungau. Das permanente Spielchen "Autotür auf- und wieder zuschlagen" lässt mich zeitig das Areal verlassen. Am Start demgegenüber entspannte Atmosphäre. Mittlerweile kenne ich schon ein paar Rennradfahrer, so dass die Zeit bis zum Startschuss um 7 Uhr schnell vergeht. Nach kurzem Frösteln im Talnebel, folgt nach 5 km der erste Anstieg. Ich halte mich weit vorne, auf der 1. sehr gefährlichen Abfahrt fahren einige vorbei, doch bei der Nockalmauffahrt bin ich wieder dabei (siehe Fotos).

Am 3. Anstieg fahre ich dann selbst voraus, um das Tempo leicht zu erhöhen. An der ersten Labe ergattere ich eine Flasche, was angesichts der Sommerhitze unerlässlich ist: Im Tal bei Innerkrems wird es erstmals richtig heiß. Die Gruppe zerfällt, ich fahre allein weiter. Als Gerrit Glomser aufschließt, fahren wir zusammen, um 2 entflohene Fahrer wieder einzuholen. Das flotte Tempo lenkt endlich von meinen Magenkrämpfen ab, die ich seit Beginn des Rennens mitschleppe. Die Ursache für die Beschwerden ist schnell erklärt: Das Frühstück wurde morgens auf der linken Seite im Zelt liegend eingenommen. Wieder was dazugelernt.

"Ob das Tempo passt?", werde ich vom Profi gefragt. "Ja, sicher!" Wäre es zu hoch, hätte ich nichts anderes geantwortet. Aber es passt wirklich! Zudem bereitet es Freude, mit jemand zu fahren, der im Sitzen wie im Stehen gleichmäßig fährt und nicht - wie so viele - beim Aufstehen immer einen halben Tritt auslässt.

Bergab fahre ich von der Skistation Hochrindl einen Tick zu vorsichtig, so dass Glomser ca. 200 m vor mir im Tal einen Enteilten erreicht. Ich versuche alles, aber die beiden forcieren natürlich das Tempo jetzt. Vor dem 4. Berg nehme ich dann etwas raus, da die erste größere Gruppe nachkommt. nach der Streckenteilung arbeiten wir zu viert gut zusammen. Doch man soll sich nicht täuschen. Als ich an der schlecht aufgestellten 3. Labe (an 3. Position der Vierergruppe liegend) anhalte, attackiert der hinter mir fahrende sofort. Schnell fahre ich ohne Getränk wieder nach.

Hätten ein weiterer Fahrer ohne Begleitfahrzeug und ich unsere Flaschen hier füllen können, wären wir wohl alle vier 5 Minuten schneller gewesen. So beginnt ein ätzender Kampf gegen die Hitze und den verklebten Mund. Nett war jedenfalls, dass ein "Versorgter" uns mal trinken ließ. Danke! Am nächsten Anstieg überholen wir einen Hobbyfahrer, der seine Trainingsrunde dreht. Beim Anblick zweier gefüllter Flaschen, frage ich ihn nach einem Schluck daraus. Ich "ziehe" einmal kurz "an" - schon ist die halbe Flasche leer.

Halb entschuldigend erkläre ich ihm, "dass es bei uns noch um was geht". Als der zweite "Unversorgte" ihn ebenfalls frägt und die Flasche leer trinkt, dürfte er uns wohl verflucht haben. Ich stelle ihm noch in Aussicht, dass er in Beierdorf an der Labe nachfüllen kann. Dort bleiben auch wir kurz stehen. Schnell kehren die Kräfte nach dieser Frischzellenkur wieder zurück. Als wir uns dem letzten Anstieg (ca.1 km/100Hm) 5 km vor dem Ziel nähern, liege ich an 2. Position und freue mich schon, dass ich nicht direkt aus der Führung in den Berg fahren muss. Leider geht der Vorausfahrende sofort wieder raus. Den anderen beiden gegenüber mache ich den schlechten Deal mit und fahre voraus in den Berg hinein.

Doch der Nichtführende attackiert sofort. Keiner kann ihm direkt folgen. Eigentlich hab ich auf diesen Stress keine Lust, aber so weit vorn...a Auf 20 Meter komme ich wieder heran, die anderen beiden sind weg. 3 km vor dem Ziel schaffe ich auf dem Flachstück wieder den Anschluss. Einmal wechseln wir noch ab, dann bleibe ich neben bzw. hinter ihm. Am steilen, serpentinenartigen Zielhang komme ich nicht vorbei, weil es zu eng ist. Ich finde mich schon damit ab, dann ergibt sich doch noch die Möglichkeit. Ich fahre vorbei und bin Gesamtdritter - so denke ich jedenfalls..

Auf der Ergebnisliste wird zunächst Gerrit Glomser als Sieger geführt. Da er eigene Profirennen (u.a. Sieg am Vortag beim Lizenzrennen in St. Michael) fährt, bleibt er außen vor. Somit gewinnt Matthias Reinfried und ich bin mit 7.38 Stunden Gesamtzweiter. Natürlich könnte man jetzt wieder spekulieren, dass der Sieger ohne Kooperation mit Glomser von uns eingeholt worden wäre - aber ich bin auch so sehr zufrieden. Der Lohn? Ich werde im Ziel erstmals auf AK 40 geschätzt!


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