Dr. Achim Heinze


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Brevets 2012

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Brevetserie 2012


Saisonauftakt 2012


Nach einem frühlingshaften Januar mit bereits 20000 Höhenmetern verschaffte mir der Februar 2012 eine weitgehende radsportliche Kunstpause: 3 Wochen Skilanglauf, einzelne Einheiten auf der ungeliebten Rolle, ab und an Hallenfußball, Schlittschuhtouren und Koordinationstraining bestimmten währen dieser Phase das Programm.
Im März nahm ich an mehreren Crossläufen teil, die An- und Abfahrt erfolgte pflichtgemäß mit dem Crossrad.


200 km Brevet: 31.3.2012


Am 31.3.2012 fand schließlich der Rennstart in die neue Radsaison statt:

Auftaktveranstaltung ist der 210 km-Brevet der Alpenrandonneure um Jörg Bayreuther mit Start im oberbayerischen Unterwössen. Zwei Stunden vor Beginn hat es dort noch geregnet, sodass nasse Straßen für einen (Ende März nicht ganz unerwarteten) Kaltstart sorgen.
Knapp 30 Randonneure beginnen den Anstieg Richtung Kössen/Reit im Winkl. Alexander Roth und ich bilden schnell die Spitze und fahren - um es vorweg zu nehmen - den Brevet zu zweit von Anfang bis zum Ende. Vorbei am Skigebiet Seegatterl, entlang ein bis zwei Meter hoher Altschneewände gelangen wir durch kalten und feuchten Bodennelbel bei Werten um 3° nach Ruhpolding. Die verlassene Biatlon-Arena liegt trostlos in einem wenig feierlichen Grau-in-grau.

Auch Inzell, der nächste Ort an der deutschen Alpenstraße, präsentiert nicht gerade das blühende Leben. Umso lebhafter ist dann plötzlich der Verkehr als wir in den Talkessel von Bad Reichenhall einmünden. Zum Glück verlassen wir diesen schnell wieder Richtung Voralpenland. Lebhaft zeigt sich jetzt dafür der ein westlicher Gegenwind, der eher als Sturm bezeichnet werden muss. Nach Anger und Teisendorf dürfen wir beiden Fahrer endlich vom Rad, um unsere Karte an der Tankstelle zu stempeln.

Über Palling, Stein an der Traun, Altenmarkt umfährt man bei diesem Brevet in einem großen nördlichen Bögen den Chiemsee. Dann gegen 12 Uhr Mittag im "Shopping-High-Noon" die ersten Feindseligkeiten von Kraftfahrern der noch jungen Saison - ich habe sie schon fast vermisst... wäre ja zu schön um wahr zu sein, wenn das endlich einmal aufhören würde.

Richtig Freude bereitete das Rennradfahren wieder nach der zweiten Kontrollstelle in Halfing. Bei bis zu föhnigen 20° rollen wir nun vorbei an Rosenheim, Nußdorf, Erl bis Niederndorf, wo Alexander und ich ein letztes Mal stempeln. Die knapp 2000 Höhenmeter machen wir vorbei am Tiroler Walchsee bis zum Maserer-Pass voll. Nach 210 km, für die wir zu zweit über 7 Stunden gebraucht haben, geben wir unsere Randoneurpässe wieder ab.

Damit wäre das Windrennen 2012 abgehakt, fehlt noch das Regenrennen in der Vorbereitung - vielleicht schon nächsten Samstag in Haid beim Brevet Austria...


... und tatsächlich ist es so gekommen:



200 km Brevet Part 2: 7.4.2012

Am Ostersamstag starten knapp 50 (noch) motivierte Randonneure im oberösterreichischen Amstetten in einen regenreichen Rennradtag. Mit Edi Fuchs, Tom Stindl, Manuel Jung sind einige bekannte und bewährte tempoharte Mitfahrer dabei. Dieses Mal bleibt das vordere Feld allerdings länger zusammen als gewohnt. Erst an den ersten Hügeln setzen die drei genannten, zwei weitere Fahrer und ich uns ab. Mittlerweile setzt Regen ein, der immer stärker wird je näher wir den Bergen kommen.

Mit der Großalmstraße stellt sich die erste Herausforderung. Ich komme ganz gut hinauf, obwohl die Beine vom Lauftraining an den beiden Vortagen schwer sind. Vier Grad und trostloses Regenwetter werden auf der ersten Anhöhe statt des Panoramablickes auf den Attersee geboten. Wenigstens hat man ab Tiefgraben am Mondsee nun den Wind im Rücken.

An der Labestelle am Kronberg sind wir (noch zu fünft) durchgefroren. Ein Teilnehmer muss aufgeben, weil er sich vor Schlottern während der Abfahrt nicht mehr auf dem Rad halten kann. Ich fühle mich noch ganz wohl, nur die klammen Hände erschweren das Öffnen einer Gelverpackung sowie das Trinken aus der Radflasche. Aber viel muss man nicht trinken, von Schwitzen kann heute wirklich nicht die Rede sein!

Nach fast sechseinhalb Stunden kommen wir zu fünft wieder am Start- und Zielort an (Edi, Manu, Tom, Sami und ich). Die nach und nach eintreffenden Gruppen und Einzelfahrer sind ebenso wie wir gezeichnet vom kalten Regentag auf dem Rad. Jeder, der dies heute durchgestanden hat, dürfte eine gute (mentale) Grundlage für seine Saison gelegt haben, weil es ja kaum schlimmer kommen kann.

Ich muss dennoch gestehen, dass es mir dieses Mal trotz der widrigen Bedingungen körperlich nicht allzuviel ausgemacht hat. Ergänzen muss ich zudem, dass ich noch nie so wenige Kilometer auf dem Rad absolviert habe wie dieses Jahr, aber mein Prinzip des "Maximal Effektiven Trainings" (man könnte dies nun ganz wohlklingend als MIT-Methode paraphrasieren, soll aber nicht mein Schreibstil sein!) weiter verfeinern konnte. Was genau dahinter steckt, verrate ich nur scheibchenweise, schließlich soll man ja diese Homepage noch öfter besuchen! Nur so viel für heute: Die Betonung liegt auf Training und nicht nur auf Radtraining.

>>Bilder zum 200er-Brevet unten, am Wetter leicht erkennbar...


300 km-Brevet 5.5.2012


Die Teilnahme am 300 km-Brevet passte nicht nur gut in meinen Trainingsaufbau - war ich doch am Vorabend zu einem (übrigens hervoragenden) Vortrag des zweifachen RAAM-Finishers Michael Nehls in Wels nahe der Brevet-Veranstaltung eingeladen (siehe Bild ganz unten).

Gegen Mitternacht komme ich schließlich am Startort des Brevets an. Dort nächtige ich am nachts verlassenen und angeblich etwas zwielichtigen Parkplatz unbeschadet im Auto. Der Dauerlärm der Westautobahn lässt allerdings die ganze Nacht hindurch nicht nach.

Somit wäre am Samstagmorgen ein Wecker eigentlich überflüssig, doch der Organisator der Brevetserie Ferdinand Jung übernimmt auch diese Zusatzpflicht um 6 Uhr früh. Weitere 27 Teilnehmer treffen in der nächsten Stunde ein, sodass wir fast pünktlich um 7 Uhr morgens in einen überwiegend sonnigen Tag starten.

Zu sechst setzten wir uns schnell ab. Steyr, Enns, Maria Neustift, … heißen die ersten Orte, durch welche wir bei wenig Verkehr rasen. Man könnte an dieser Stelle das Beispiel aus meinem Radsportbuch zum 300 km-Brevet aus dem Jahr 2009 einfügen - mit einem feinen Unterschied: Dieses Mal sind wir noch schneller...

8 Stunden und 52 Minuten stehen seit dem 5.5.2012, 16 Uhr Ortszeit als neue Bestmarke für die 300 km-Strecke mit ca. 2600 Höhenmetern zu Buche. Geschafft haben dies Harald Zima (auch der Gewinner der inoffiziellen Bergwertung), Thomas Stindl, Jakob Zurl und ich. Bernhard Stauder musste als tatkräftiger Mitfahrer - wie schon beim 200er vier Wochen zuvor - 25 km vor dem Ziel leider abreißen lassen. Als Brevet-Neuling hat er sich aber 275 km sehr beachtlich geschlagen!
Ein Schnitt von 34 km/h (ohen Stempelpausen) dürfte auch von uns zukünftig schwer zu übertreffen sein!


400 km Brevet 26.5.2012


Gleich vorweg: 10 Tage vor dem Glocknerman fahre ich keine 400 km mehr am Stück. Eine teilweise Teilnahme wird in folgende Trainingseinheit eingebaut:

1. Tag: 65 km, 1100 Hm
2. Tag: 115 km, 1300 Hm
3. Tag: 250 km, 2000 Hm (incl. 140 km Brevet als Gast)
4. Tag: 60 km, 200 Hm (Recovery)

10 Teilnehmer, die um 7:00 Uhr morgens in Wels gestartet sind, treffen um 11:00 Uhr in Ranshofen, an ihrer 2. Konrtollstelle ein. 135 km, 36-er Schnitt, bisher perfekter Ostwind, der sie ordentlich angeschoben hat. Weitere Wetter-Infos: Sonne, 21 Grad.

Ich sortiere mich - noch frisch - ins Fahrerfeld ein; selbstverständlich fahre ich dehalb auch oft und vor allem gegen den Wind voraus. Nach einer Runde durchs Innviertel biegen wir auf die Eddie Merckx-Classic-Strecke ein. Zufälligerweise gesellen sich 4 Radfahrer des RC Ritzlfuchser aus Simbach zu uns, die aber bald Richtung Mattsee abbiegen.
Wir hingegen nähern uns dem Mondseeberg. Der Kronberg ist anschließend die zweite richtige Bergwertung. Nach Attersee und wieder Mondsee (Süd) verabschiede ich mich in St. Gilgen (Wolfgangsee) Richtung Fuschlsee. Dort kann ich noch 2 Hügel, die auch beim Salzburger Radmarathon vorkommen, mitnehmen.

Heimzu (erneut vorbei am Mondsee und dem Irrsee) habe ich Glück: Ein ambitionierter Rennradfahrer will sich mit mir duellieren, sodass ich mich nochmals anstrengen darf. 250 km, danach Zeit für Essen und Erholen; am nächsten Vormittag nach Passau geradelt - eine gute Trainingseinheit erfolgreich beendet. Jetzt bloß keinen Fehler mehr machen - der GM kann kommen!


Brevetserie der Alpenrandonneure


Die oberbayerische Alpenrandonneur-Brevetserie ist Geschichte.

Am 14.4.2012 stand ich mit einem weiteren Teilnehmer am Start des 300km Brevets. Nachdem außer uns beiden niemand mehr erschien, bin ich allein eine verkürzte Strecke gefahren.

Zunächst dachte ich die Ursache für die Absage dürfte das erneut unpassende Wetter sein (5°, Regen). Als ich zu Hause meine E-Mails durchsah, war der Grund ein weitaus schlimmerer:
Der langjährige Veranstalter Jörg Bayreuther ist im April 2012 verstorben. Seiner Familie möchte ich meine aufrichtige Anteilnahme aussprechen.








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