Dr. Achim Heinze


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Tortour

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Tortour 12.8.-13.8.2011 1000 km/13000 Hm: Abbruch nach 235 km in Zernez


Man könnte einfach schreiben, es wäre nicht mein Tag gewesen, der 12.8.2011 - das trifft allerdings nicht zu - es war sehr wohl mein Tag, sogar der 40. Geburtstag.

Ursprünglich war die Tortour eine Woche später terminiert, was mir auch wesentlich lieber gewesen wäre, da ich den runden Geburtstag am 3 Tages-Wochenende mit richtigem Sommerwetter am Wolfgangsee feiern wollte. Das gute Wetter war natürlich auch für die Tortour optimal.

Aber der Reihe nach:

Die Tortour rund um die Schweiz hat sich innerhalb von nur zwei Jahren zum größten Ultracycling-Event entwickelt. Event trifft als Bezeichnung am besten zu, da die Organisation der Großveranstaltung wirklich in jeder Hinsicht durchdacht ist und auch bei uns Teilnehmern gut ankommt.

Am Vortag des Rennens gibt es einen 1 km-Prolog. Vor großartiger Natur- und großer Zuschauerkulisse startet man im Rheinfallbecken. Als Zwanzigster von 31 Startern kassierte ich gleich zehn Minuten (pro Rang 30 sec) Zeitmalus, was aber erfahrungsgemäß völlig egal ist. Der Abstand zwischen zwei Finishern im Endklassement ist immer größer als der Start-Zeitabstand auf Grund des Prologs zwischen Erstem und Letztem dort!

Es fehlten also nur noch 999 km, die um 3 Uhr früh (eigentlich: nachts!!) beginnen sollten. Das ist auch der einzige Kritikpunkt, da die Startzeit nicht teilnehmerfreundlich gewählt wurde.

Zurück zur Chronologie: Einen der unangenehmsten Momente meiner Zeit als Rennradfahrer durfte ich um Viertel nach zwei Uhr nachts erleben, nachdem der Wecker geläutet hatte: Kurz vor der Abfahrt drückte ich routinemäßig auf den Hinterreifen, um dessen Luftdruck zu prüfen - und drückte "ins Leere".

Man kann sich die Hektik vielleicht vorstellen, wenn man in dunkler Nacht entweder ein neues Laufrad (in diesem Fall bedeutet das Bremsklötze tiefer stellen, da die schmalen Bremsflanken bei Leichtbau-Karbonreifen nicht genormt sind) einbauen oder den Fehler suchen muss. Ich drehte sicherheitshalber die Ventilverlängerung und den Ventileinsatz fester hinein, pumpte nochmals auf und fuhr damit verunsichert in die dunkle Nacht.

Als es dämmerig wurde, stellte ich fest, dass tief in mir eine Müdigkeit saß, wie ich sie sonst nur nach 20 Stunden Renneinsatz kannte - nicht aber nach erst drei Stunden.
Irgendetwas stimmte bei mir nicht. Ich verspürte auch von Beginn an ein unangenehmes Gefühl in der Bauchgegend. Nachdem es einfach nicht lief und ich nicht erholter wurde, teilte ich meinen Begleitern mit, dass ich wohl nach dem Flüelapass aufhören würde. So kam es dann auch: in Zernez stieg ich vom Rad, wobei ich schon nach der endgültigen Entscheidung zur Rennaufgabe in Landquart das "Tempo" rausnahm und dann auch die Landschaft und das herrliche Bergwetter den Umständen entsprechend genießen konnte.

Bei der Heimfahrt mit dem Pkw lernte ich dann noch die schönen Toilettenanlagen von Autobahnraststätten kennen - als ich abends zurück in Simbach war, hatte ich zusätzlich zu Monte Flüelas Rache noch Fieber und Schüttelfrost.


>>> Fazit: Schade um das schöne Radfahrwetter, der Reifen hätte auch gehalten, aber die undichte Stelle lag dieses Mal beim Pedaleur.

Mein besonderer Dank gilt Birgit, Alfred, Jürgen und Andi für die reale (und virtuelle) Betreuung sowie den befreundeten Egli-Brüdern für ihre selbstlose und freundschaftliche Navigationshilfe. Sie konnten unter den 20 stark besetzten Zweierteams den fünften Rang erreichen, obwohl sie sich die Zeit nahmen, mir auf dem Fahrrad, mitten im Rennen zu gratulieren.



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