Dr. Achim Heinze


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Radmarathon St. Pölten 17.08.2008

Wettkampfberichte > 2008

Radmarathon St. Pölten 207km/4500 Hm

Zur Premiere des “härtesten im Osten” stellten sich optimale Wetterbedingungen ein. Startzeit für alle um 8 Uhr klingt ebenfalls eher relaxed, doch Ambitionen hatten viele Starter:

Die ersten Anstiege werden flott hoch –und hinuntergefahren, was bei einspurigen, verwinkelten und mit Schotterauflagen versehenen Sträßchen sehr riskant ist.
Bereits auf der 2. Abfahrt dann schon fast der Worst Case: Die erste Gruppe rennt mit 70-80 km/h steil bergab in einen kleinen Ort. Kinder laufen in Erwartung der Radfahrer noch schnell über die Fahrbahn, es geht scharf rechts ab. Der Fahrer vor mir (also der vorletzte) kriegt die Kurve nicht und rast gebremst in eine Hecke. Mir droht fast dasselbe Schicksal, doch ich schaffe es genau noch davor zum Stehen zu kommen. Die letzte Energie dämpfe ich mit dem rechten Arm am Laternenmast ab. Schnell weiter, die Gruppe ist sicher weg – doch auch hier hat man sich etwas weiter unten verbremst bzw. verfahren, also alle wieder zusammen.

Am einzigen echten Pass Purchenstuben/Wastl am Berg sind wir noch 8 Radfahrer. Für knapp 2 km fahre ich 60 – 70 m vor der Gruppe, kurz bevor mir 2 Flaschen gereicht werden, sind wir wieder komplett. Zusammen mit einem weiteren Fahrer mache ich das Tempo bergauf wie bergab. Die Abfahrt ist sauber und hat viele schöne, schnelle Kehren! Erst als wir wieder in eine dieser Mini-Strässchen abzweigen, verliere ich den Anschluss. Leider geht´s unten direkt wieder hoch – zudem wird attackiert. Von ganz hinten komme ich nicht vor – Lücke zu groß. Andere haben ihre eigenen Methoden: Ein Radfahrer lässt sich vom Begleitauto wieder bergauf nach vorn ziehen. Wie schreibt Beat Knechtle so treffend: „An der Spitze wird eben am meisten beschissen“.

Plötzlich werde ich angehupt. Schnell fahre ich ganz rechts. Zu meiner Überraschung ist es das private Begleitfahrzeug eines Teilnehmers. Als ich schließlich mit ihm „zusammen“ fahre, befiehlt er mir doch glatt, rechts zu fahren, damit sein Begleitfahrzeug dicht folgen kann. Kein Schritt bzw. Tritt ohne Muttern. Fahre ich hinter ihm rotzt er nach hinten oder schwenkt bei kleinen Abzweigungen in die falsche Richtung. In der Hoffnung, ich würde die Kurve nicht mehr kriegen. Ich lasse ihn wegfahren. Zum Glück kommt ein bereits überholter Fahrer wieder ran. Er zeigt mehr Kooperationsbereitschaft. So holen wir am nächsten Anstieg den „Rotzbuben“ wieder ein. Er klammert sich sofort ans Hinterrad und führt keinen Meter. Am nächsten Anstieg fällt er deutlich zurück.

Nach ein paar weiteren hügeligen Wellen erreiche ich nach 207 km auf dem 8. Platz das Ziel in St. Pölten. Im dauernden Auf- und Ab kamen tatsächlich 4500 Höhenmeter zusammen. Auch wenn sich die Veranstalter im Ziel über das Eintreffen der Langstreckler wirklich ehrlich freuen, sie wissen nicht, was dazwischen geschehen ist; deshalb einige Anregungen für die 2. Auflage:

Gut: Motorrad-Patrol mit Verpflegung; nettes, freundliches Team; einfache Anfahrt

Verbessern: teilweisezu enge Abfahrten, Schotter in den Kurven

Fotos: Florian Müller-Wühr

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